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Leitbild für die Universitäts-Entwicklung

Campus ohne Leitbild - Ansätze zu einer gemeinsamen Planung für das Universitätsviertel

Auf Anregung der universitären Arbeitsgruppe "Räumliches Leitbild Universität Dortmund" hat der Dortmunder Agenda-Verein gemeinsam mit der Fachschaft Raumplanung an der Universität Dortmund zu einer Diskussion über Ansätze einer gemeinsamen Planung für das Universitätsviertel eingeladen.

Einladungsflyer "Campus ohne Leitbild - Ansätze zu einer gemeinsamen Planung für das Universitätsviertel" (PDF, 2 Seiten, 47 KB)

Die Diskussion gliederte sich in zwei Teile: Am Samstag, dem 25. Juni 2005, fand unter fachkundiger Leitung ein Spaziergang über den Campus der Universität Dortmund statt. Dem anschalichen Teil folgte am Montag, dem 27. Juni 2005 eine abendliche Diskussionsveranstaltung im Rudolf-Chaudoire-Pavillon am Campus Süd. Auf dem Podium saßen Dr. Roland Kischkel (Kanzler der Universität Dortmund), Prof. Eberhard Menzel (Rektor der Fachhochschule Dortmund), Helmut Heitkamp (Leiter der Niederlassung Dortmund des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW) und zwei Vertreter der universitären Arbeitsgruppe.

Die Ruhr Nachrichten berichteten am 29. Juni 2005 über die Diskussionsveranstaltung:

Identität ohne Neubauten

Gestern war hier noch grüne Wiese, heute verkündet plötzlich ein Schild den Bau eines neuen Gebäudes. So erleben einige Studierende den Gang über den Campus.

Der städtebaulichen Entwicklung des Universitätsgeländes liege kein Gesamtkonzept zugrunde, lautet der Vorwurf. Ein Jahr lang hatte sich eine Arbeitsgruppe daher Gedanken über ein "Räumliches Leitbild" für die Uni gemacht.

Am Montag diskutierten Vertreter, unterstützt von der Fachschaft Raumplanung und dem Dortmunder Agenda-Verein, mit zentralen Akteuren über die Zukunft des Geländes. Auf dem Podium saßen Dr. Roland Kischkel, Kanzler der Universität Dortmund, Prof. Eberhard Menzel, Rektor der Fachhochschule und Helmut Heitkamp, Leiter der Niederlassung Dortmund des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW, Eigentümer und Bauherr der Unigebäude. Die Arbeitsgruppe reagierte mit ihren Vorschlägen auf den Masterplan, den Prof. Christoph Mäckler von der Fakultät Bauwesen im vergangenen Jahr entwickelt hatte. "Dieses räumliche Konzept muss sich weiterentwickeln", forderte Fabian Kumkar. Damit antwortete er auf die Kritik Kischkels, der Zeitpunkt für die Diskussion sei falsch gewählt. Das Thema weckt Leidenschaften. "Sie sind blind gegenüber politischen Realitäten", kritisierte Kischkel die Studierenden. Finanzielle Mittel seien eben nur beschränkt vorhanden. "Eine Zeit lang haben wir von der Hand in den Mund gebaut", so Kischkel. Der Masterplan biete nun erstmals wieder eine Strukturplanung auf hohem Niveau. Dabei zeige der Plan zunächst nur Möglichkeiten auf. Er sieht zwar einen deutlichen Zuwachs an Bausubstanz vor. "Ich gehe aber davon aus, dass in den nächsten Jahren mehr umgenutzt wird als neugebaut", so Kischkel.

Das dürfte die Anwohner in Hombruch und Barop freuen, die mit der Uni leben. "Denken Sie bitte mal daran, dass Sie unser Umland sind und nicht wir ihres", forderte Angela Dicke von der Umweltgruppe Barop, die um die Grünflächen fürchten. Zurzeit pochen die Beteiligten noch darauf, dass der Masterplan sich in gültigem Baurecht bewege. "Information der Bürger ja, Beteiligung nein", brachte es Helmut Heitkamp auf den Punkt.

"Augen zu und durch", diese Devise dürfte auf Dauer nicht funktionieren, glaubt Fabian Krumkar. Zumal in einem Punkt Einigkeit herrscht: Die Aufenthaltsqualität auf dem Campus kann ohne neue Gebäude erhöht werden. Mehr Identität und Übersichtlichkeit wären ein Anfang. - jan

Mittwoch, 29. Juni 2005 | Quelle: Ruhr Nachrichten (Dortmund)

Ein sichtbarer Erfolg der Diskussionveranstaltung: Die massive Kritik der anwesenden Anwohner und Studierenden hat die Universitätsleitung dazu bewegt, den "Städtebaulichen Masterplan der Universität Dortmund" von Prof. Mäckler im Internet zu veröffentlichen: www.uni-dortmund.de/web/de/content/uni_ueberblick/uni_vorstellung/masterplan.html